Ob Implantate, chirurgische Instrumente oder Praxiseinrichtungen: Im internationalen Vergleich erweist sich die deutsche Medizintechnik als wettbewerbsfähig. Nachholbedarf besteht jedoch in den Bereichen Pharma- und Biotechnologie sowie Health-Care-IT. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Boston Consulting Group zur Innovationsleistung der deutschen Gesundheitsbranche, die im Auftrag des Impulskreises „Gesundheit“ der „Partner für Innovation“ erstellt wurde.
„Die Untersuchung zeigt, welches Potenzial in der hiesigen Gesundheitsbranche steckt“, sagt Hubertus Erlen, Vorstandsvorsitzender der Schering AG und Leiter der Fachgruppe „Gesundheit“. Deutschland liegt im Bereich Medizintechnik/ Diagnostika nahezu gleich auf mit dem Marktführer USA und erreicht 97 Prozent der US-amerikanischen Innovationsleistung. Verbesserungsbedarf gibt es laut Studie jedoch in der Pharmabranche und im Health-Care-IT-Sektor: Hier besitzt Deutschland nur 35 beziehungsweise 42 Prozent der US-Innovationskraft und ist damit auch hinter Ländern wie Schweden, Japan oder den Niederlanden platziert. Würde das Innovationspotenzial aller drei Branchen voll ausgeschöpft, ließen sich mehr als 50.000 neue Arbeitsplätze hierzulande schaffen. In einem Zehnpunkteplan fordern die Experten der Boston Consulting Group daher Maßnahmen zur Steigerung der Innovationskraft: Sie plädieren beispielsweise dafür, die Entwicklung innovativer Produkte durch attraktive Marktpreise zu fördern und neue Medikamente schneller zuzulassen. Als Schritt in die richtige Richtung bewertet Erlen den Gesetzesentwurf zum Umbau des Bundesinstituts für Arzneimittel zu einer leistungsfähigen und eigenständigen Agentur, der Deutschen Arzneimittel- und Medizinprodukteagentur (DAMA).
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